Rauf, runter, rauf runter. Volatilität nennt man das. Die Schwankung von Zeitreihen. 2020 ist so ein Jahr der Volatilität.

Im einen Augenblick geht es mühsam bergauf, und dann wieder rasant bergab. Australiens Waldbrände scheinen überstanden, die Welt atmet auf, da bricht eine globale Pandemie aus.

Auch bei uns ging es bereits sehr volatil zu. Beflügelt von den ersten Erfolgen der Selbstständigkeit werden wir wachgerüttelt von der Realität. Unsere erste Krise. Direkt am Anfang. Alles scheint plötzlich unglaublich fragil zu sein, die Erfolge nichtig, die Medien unserer Branche berichten von Einbußen in der Werbung in unglaublichen Summen.

Ist nun alles vorbei? Hat doch grad so schön angefangen… Eine Weltwirtschaftskrise wird vorhergesagt. Massenstornos in der Werbebranche, komplette Etats werden gestrichen. Uns wird mulmig. Doch da kommt eine alte Bekannte um die Ecke und winkt.

Lange wurde ihr Ableben vorhergesagt, ihre Unwichtigkeit. Sie sei überholt und nicht mehr zeitgemäß. Ineffizient, zu teuer und überhaupt – heute spielt sich doch alles digital ab. Wovon wir reden? Von der guten, alten Printwerbung.

In diesen Zeiten zeigt sich mal wieder auf wen Verlass ist – auf den Klassiker der Neukundenakquise. Eines unserer wichtigsten Tools wenn es darum geht unsere Kunden beim Markenwachstum zielgerichtet zu unterstützen. Wem Anzeigen nicht zielgruppenspezifisch genug ausgerichtet sind, für den haben wir unsere Wunderwaffe parat: Paketbeilagen.

Richtig eingesetzt ein starkes, effizientes und aufmerksamkeitsstarkes Medium. Wieder einmal konnte sie ihre Daseinsberechtigung und ihre Performance unter Beweis stellen. Denn nach wie vor gilt: Print wirkt.

Eine sehr gute Werbung für Radiospots (doppelt hält besser), sagt: “Geht ins Ohr, bleibt im Kopf”.

Wir sagen: “Geht ins Paket, bleibt im Haus.” Und auch wenn jetzt die Unkenrufe zum Trotz kommen: “Die fliegen doch als erstes in den Müll!”, sagen wir: Falsch. Die Performance unserer Kampagnen spricht für sich. In Zeiten in denen die Menschen sich Essen, Kleidung und Hygieneartikel nach Hause liefern lassen, ist eine Beilage in einem Paket der analoge Lichtblick unserer Branche. Käufer offline erreichen und online bringen; Bedürfnisse wecken, von denen man nicht mal wusste das sie da sind – das können nur die wenigsten Werbemittel von sich behaupten. Sie trotzt Google, Facebook, Instagram und Co.

Sie verweilt im Haushalt, wird betrachtet, angefasst, es wird über sie geurteilt: Brauche ich das? Will ich das? Kenne ich vielleicht jemanden der das will? Ein Medium das viel mehr Aufmerksamkeit bekommt, als ihre digitalen Komplizen. Zu schnell weggewischt, -geklickt, -gescrollt. Die Paketbeilage jedoch kann soviel mehr: Kann rau oder glatt sein. Schwer, leicht, dick, dünn. Kann Gerüche vermitteln, mitgenommen, oder auf dem Küchentisch aufbewahrt werden.

Das Prinzip so alt, die Wirkung doch so stark und ihre Relevanz wichtiger denn je. Eben ein wahrer Klassiker.


CONTENT DER WOCHE

Online Shopping 2.0.

Der Mann von Kim Kardashian ist dafür bekannt, seiner Kreativität regelmäßig freien Lauf zu lassen. Und der Erfolg gibt ihm Recht: Seine Kollaboration mit Adidas, bekannt unter dem Namen “Yeezy” ist binnen weniger Minuten ausverkauft. Jedes mal. Die Pieces finden sich oftmals zu absurd hohen Preisen im Resell wieder, und erzielen regelmäßig Rekordpreise.

Nun hat Kanye einen neuen Knaller rausgehauen: Die neue Yeezy Supply Website soll der Fast Company zufolge nach ein bis dato nie dagewesene Shopping Erlebnis realisieren können: Berichte aus erster Hand besagen, dass Kleidungsstücke ausgewählt werden können, die dann einem 3D Model angezogen werden, welches die Kleidung präsentiert. Als wäre das nicht abgespacet genug, hat man die Möglichkeit, mehr über die Person herauszufinden die einem die teure Ware präsentiert: Was isst sie oder er gerne? Welche Hobbys und Interessen hat die Person?

Wie diese Funktionen angenommen werden, vermögen wir nicht abzuschätzen, aber es ist ein Konzept, das sich sehen lassen kann. Kanye weiß eben aus der Masse herauszustechen.


Brake for a Whopper.

So, oder so ähnlich dürfte sich das Konzept des verantwortlichen Marketing Teams von Burger King wohl gelesen haben.

Nur dass hier niemand für den Whopper bremsen muss, das Fahrzeug tut es von selbst. Denn ein Fehler im Autopilot von Tesla soll angeblich dazu führen, dass ein Burger King Schild für ein Stoppschild gehalten wird. Das Fahrzeug verlangsamt die Fahrt und kommt schließlich zum Stillstand. Festgehalten wurde dies in einem angeblichen Selbstversuch eines Tesla Fahrers in Amerika. Burger King nutzte diesen Clip, spielte ein bisschen märchenhaftes Gedudel in den Hintergrund und beendete das Video mit den Worten: “Künstliche Intelligenz weiß was du wirklich willst”.

Dann appelliert Burger King zum Praxis Test – jeder dessen Autopilot an einem Burger King von selbst stoppt, und dies mit einem Bild nachweisen kann, soll mit einem Gratis Whopper belohnt werden.

Ob sich die gezeigte Szene tatsächlich so abgespielt hat steht auf einem anderen Blatt Papier. Es ist aber bekannt, dass der Autopilot manchmal seine Probleme mit dem korrekten Erkennen von Schildern hat.


Alles nur geklaut?

Schwere Vorwürfe gab es in letzter Zeit für die Agentur “Scholz & Friends“.

Pavlina Vlachopoulou, pitchte um einen Job bei der Kreativagentur. Ihre Idee: Das Erklärvideo zu Menstruationstassen der Firma “The Female Company” (die genialen Erfinder hinter “The Tampon Book”, wir berichteten). Einen Job hat sie nicht bekommen. Was sieht die junge Dame einige Zeit später: Exakt ihre Idee.

Ein regelrechter Shitstorm brach auf die Agentur los, mit teils heftigen Beleidigungen. Der Plagiatvorwurf wurde wenige Tage später von Scholz & Friends dementiert, und erklärte den Zufall als “kreative Doppelschöpfung”. Eine Konkurrentin Vlachopoulous sei ihr mit quasi dem gleichen Konzept um 1 Woche zuvorgekommen. Da die Kommentare jedoch nicht nachließen, meldete sich nun die Dame hinter der Doppelschöpfung auf LinkedIn zu Wort und erklärte die Situation. Die Kampagne basiere auf ihrer Idee, die eben 1 Woche vor der von Vlachopoulous einging. Ein unglücklicher Zufall, der unglaublich klingt – den sie jedoch mit Screenshots aus den Mails mit Scholz & Friends belegen konnte.

Ja auch in unserer Branche gibt es manchmal ein bisschen Gossip…

Quelle: https://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/scholz–friends-jetzt-erklaert-sich-die-junior-copywriterin-die-die-idee-zu-one-girl-one-cup-hatte-183804?utm_medium=Social&utm_source=LinkedIn


#STOPHATEFORPROFIT

Facebook kriegts im Moment knüppeldick. Das Werbeboykott von vielen großen Firmen macht dem Social Media Riesen zu schaffen. So sind die Werbespendings doch eine der Haupteinnahmequellen von Facebook. Mittlerweile sind es rund 160 Unternehmen die sich dem Boykott angeschlossen haben. Selbst der Volkswagen Konzern ist mit dabei.

Nun bezieht Facebook Stellung.

Nick Clegg, Chef der globalen Unternehmenskommunikation von Facebook (und nebenbei ehemaliger Vize-Premierminister von Großbritannien), sprach mit mehreren europäischen Tageszeitungen. Bei uns konnte die FAZ mit ihm sprechen. Laut eigenen Aussagen, sei “nur ein winziger Bruchteil der Interaktionen” auf Facebook von Hass erfüllt.

Der Konzern war in enorme Kritik geraten, da ihnen vorgeworfen wurde, zu lasch mit rassistischen Äußerungen auf der Plattform umgegangen zu sein. Twitter hatte es vorgemacht, und z.B. rasissistische Äußerungen Trump entfernen lassen. Da kam schnell die Frage auf, wie Facebook mit solchen Botschaften umgehe.

Clegg schreibt, …”dass Facebook 95,7 Prozent der Hassrede-Meldungen innerhalb von 24 Stunden überprüft hat, mehr als Youtube und Twitter”. Ob sich das Blatt für Facebook wenden wird, wird die Zeit zeigen. Fakt ist jedoch, dass Rassismus nirgendwo eine Daseinsberechtigung hat. Und selbst beim kleinsten Anzeichen sollte strikt dagegen vorgegangen werden. Die Meinungsfreiheit kann nicht darüber stehen.

Over and out.

Quelle: https://www.wuv.de/marketing/werbeboykott_in_kraft_so_verteidigt_sich_facebook